Andrej Kurkow: Picknick auf dem Eis
Wer sich schon im
mer gefragt hat, wie man zu dem Beruf „Serienmörder“ kommt, für den hält Andrej Kurkow eine Antwort bereit. Man schreibe Nekrologe, die Leute sterben fast von selbst. Aber eben nur fast: Viktor ist erfolgloser Autor in der Ukraine und versucht zum wiederholten Male seine Kurzgeschichten bei diversen Zeitungen unterzubringen. Umso mehr überrascht es ihn, eines Tages einen Anruf eines von seiner Schreibe begeisterten Chefredakteurs zu bekommen, der ihn für das Verfassen von Nekrologen engagiert. Zwar wundert es Viktor, dass er im „Vorhinein“ Nachrufe auf bekannte Persönlichkeiten schreiben soll, die doch eigentlich in der Blüte ihres Lebens stehen. Doch die frisch verfassten Nekrologe scheinen ein frühzeitiges Ableben der Herrschaften nahezu zu provozieren – Victor freut sich, endlich zu publizieren.
Ohne weiter über diese seltsamen Todesfälle nachzudenken führt Viktor gemeinsam mit seinem Pinguin Mischa ein friedliches Leben zwischen Schreibmaschine und Eisangeln, bis eines Tages die Verbindung seiner Nekrologe mit dem plötzlichen Ableben der geehrten Herrschaften nicht mehr zu übersehen ist und Viktor seine Recherchen beginnt.
Die an sich schon kuriose Geschichte wird durch die Figur des Pinguins Mischa zu einem kleinen Meisterwerk, das man unbedingt gelesen haben sollte. Manch einer wird nach Ende der Lektüre bei der Recherche nach Haltung von Pinguinen erwischt werden und sich einen Wohnort in kalten Gefilden wünschen.