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Nächste Lesung (Am Montag, den 21. Mai 2012 um 20.30 Uhr)

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Eiríkur Örn Norddahl: Gift für Anfänger

Moderne isländische Literatur findet man hierzulande, sprich in deutscher Übersetzung nicht oft. Und wenn man sie findet, dann meist in Form von Krimis. Dass in Island großartige Autoren wie Eiríkur Örn Norddahl leben und schreiben, konnte ich bislang nur erahnen. Doch dank des kleinen Berliner Verlages Kozempel & Timm liegt nun die deutsche Erstveröffentlichung des zweiten Romanes von “EÖN” vor – Gift für Anfänger:

Halldór und Dísa leben in Reykjavik in einer WG: “Dísa und ich sind kein Paar, wir haben noch nie miteinander geschlafen, und soweit ich weiß noch nicht ein Mal geküsst. Wir wohnen einfach nur zusammen, jeder in seinem eigenen Zimmer unter Beachtung komplizierter Hausregeln, alle eigenhändig von Dísa aufgestellt.”

Halldór ist arbeitslos, Dísa versucht nach dem tödlichen Unfall ihrer kleinen Tochter ihrem Leben mit einem Philosophie-Studium neuen Halt zu geben.
Eines Tages bringt Dísa einen Dornbusch mit in die WG, die Anwesenheit eines giftigen Gewächses lässt Halldór nicht mehr ruhig schlafen. Und weil sich Dísas Aufmerksamkeit seit kurzem auf den Gender-Studies-Studenten Högni richtet als auf ihren fürsorglichen Mitbewohner, widmet sich Halldór nahezu waghalsig dem Kennenlernen des Dornbusches.

Damit wir uns richtig verstehen: Dieses Buch ist keine studentische-gute Laune-drogenexperimentelle-Adoleszenz-Geschichte. Auf die Frage, worum es in seinem Buch gehe, antwortete der Autor, dass diese Antwort jeder für sich allein finden möge. Er selbst würde zumindest sagen, dass es um das Alleinsein, möglicherweise gar um Einsamkeit gehe. Und damit kennt er sich aus: Um in Ruhe seinen Roman schreiben zu können, hat Eiríkur einen Job als Nachtrezeptionist in einem Hotel angenommen. Anders als in Berlin kann man in Island davon ausgehen, in dieser Position vor menschlichen Kontakten weitgehend verschont zu bleiben. Dem Roman hat diese Zeit der Muße zu einer wundersamen Stimmung verholfen. Es ist hier eine Geschichte entstanden, die traurig ist und doch lautes Lachen provoziert, die Figuren zu Menschen werden lässt, die eine Seele hat, zu der man näher vordringen möchte…
Ein Buch für Menschen und alle, die es werden wollen.

P.S.: Was mir darüber hinaus noch viel Freude gemacht hat, ist die Aufmachung des Buches. Tolles Format, schöner Einband, Lesebändchen (!), dazu Zeichnungen von Eva Kretschmar

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