Abbas Khider: Der falsche Inder
Rasul Hamid
muss seine Heimat verlassen. Willkürliche Verhaftungen, Folter und Gefängnisstrafen zwingen ihn zur Flucht. Ein Leben in Würde ist für ihn nicht mehr möglich. Zur Verarbeitung seiner eigenen Flucht aus dem Irak unter Saddam Hussein hat Abbas Khider in seinem Debütroman “Der falsche Inder” den Helden Rasul geschaffen, der von dieser Flucht und der jahrelangen Odyssee durch zahlreiche arabische Länder bis nach Europa erzählt.
Sei es Jordanien, Libyen, Tunesien, die Türkei, Griechenland oder Deutschland – allerorts tun sich neue Probleme auf, die zu lösen man schon ein echter Lebenskünstler sein muss. Wenn man noch dazu fälschlicherweise für einen Inder gehalten wird, ist das Illegalen-Chaos komplett. Doch Rasul schafft es aller Schikanen, Gefängnisaufenthalte und Demütigungen zum Trotz, mit Hilfe seines Humors ungeahnte Kräfte freizusetzen, sich immer wieder Lebensfreude zu erkämpfen und gleichzeitig mindestens ein Auge für das Schöne im Leben – Frauen – offen zu halten.
Und so findet Rasul seinen Weg – begleitet von Unglücksraben und Wundern. Immer voran, nie im Stillstand, stets kehrt der Gedanke zurück zu den Menschen, die er zurücklassen musste und die ihn doch unablässig begleiten. Faszinierend ist es, wie er gleichzeitig mit dem Schmerz der Vergangenheit, den Unwägbarkeiten des Alltags und der Ungewissheit der Zukunft jongliert und ganz leise im Leser den Wunsch nach mehr Menschlichkeit anstupst.
Wer hätte gedacht, dass ein Buch über ein so schwieriges und trauriges Thema einem derart das Herz erwärmen könnte, wie es in unserem Fall geschehen ist. Vor diesem Roman und seinem Autor möchte man sich verbeugen.
Gleiches Lob gilt dem Verlag Edition Nautilus, der für eine wunderbare Aufmachung des Buches gesorgt hat!