Sibylle Berg: Der Mann schläft
Es geht um Liebe. Nicht um die purzelbaumschlagende Seifenblasenliebe bekannt aus pastellfarbenen TV-Filmen oder Werbung, nicht um das Bedürfnis nach heroischen Liebesbeweisen und auch nicht um stilisierte Körperlichkeit. Nein, es geht um die Liebe, die wie ein Luftzug leise ins Leben strömt und uns die Lust am Leben erhält in einer sonst ekelerregenden Welt.
Sibylle Berg beschreibt, wie es sich anfühlt, wenn man den Menschen findet, der einem gut tut. Die Schweizer Autorin schafft es ganz ohne Feuerwerk und Liebesgetöse, dadurch umso inniger und berührender den Zustand der Liebe in Poesie zu übersetzen und scheut sich nicht, sich ebenso der Angst vor dem Alleinsein und dem Verlassenwerden zu stellen. Selten finden Empfindsamkeit und ein unverstellter Blick auf das Wesentliche des Menschseins auf derart wunderbare Weise zusammen.