Aktuelle Rezension
13. November 2011
Etwas in dieser Welt läuft falsch. Bei manchen ist es noch ein unbestimmtes Gefühl, bei anderen schleicht sich bereits eine ausgewachsene Depression heran. “Die Uhr tickt. Oder ist es eine Bombe in der Gegenwart? Draußen verändert sich etwas und es fühlt sich nicht gut an.” Zuverlässige Droge für alle: KONSUM. Bis zum Zusammenbruch, Burn-Out. Bitte verlassen Sie unsere Gesellschaft, Sie stören unsere Produktivität.» Weiterlesen
Meine Empfehlungen

Palästina – ein Land, das um seine Existenz kämpft, ein Konflikt, der nach Jahrzehnten noch immer unlösbar scheint, eine Region, in der zu leben eine große Herausforderung ist. Bemüht man sich als “Außenstehender”, den Nahost-Konflikt zu verstehen, hat man es schwer, sich einen objektiven Blick auf die Lage zu verschaffen. Zu komplex erscheint die Verzahnung [...]
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Nicht lang ist es her, genau genommen ein halbes Jahr, seitdem Martin Suter den ersten Kriminalroman mit einem neuen Helden, dem Detektiv Johann von Allmen veröffentlicht hat. Nun ist “Allmen und der rosa Diamant” erschienen.
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“Die Geschichte einer jüdischen Familie im 20 Jahrhundert.” Das war das erste, was ich über den Roman “Adams Erbe” zu hören bekam und zugleich war dieser Satz der Auslöser für Skepsis. Denn was sollte zu diesem Thema noch kommen, was nicht schon erzählt worden ist? Doch nach der Lektüre dieses unglaublich reizenden Buches lässt sich [...]
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Dass er traurigen und schlimmen Geschichten einen wundersamen Zauber verleihen kann, das hat der aus dem Irak stammende Schriftsteller Abbas Khider in seinem ersten Roman “Der falsche Inder” hinlänglich unter Beweis gestellt. Auch in seinem neuen Roman schafft er das Außergewöhnliche:
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“Zwei Jungs. Ein geknackter Lada. Eine Reise voller Umwege durch ein unbekanntes Deutschland.” Ich gebe zu: Anfangs war ich skeptisch. Ich war noch nie ein Abenteuer-Leser, Huckleberry Finn war nie mein Freund und um Romane, in denen Wörter wie “endbescheuert” und “strahlkotzen” vorkommen, mache ich normalerweise einen großen Bogen. Doch ich habe das Experiment gewagt [...]
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Als Elsje Christiaens im Jahr 1664, kurz vor ihrem 18. Geburtstag, ihre Heimat Dänemark in Richtung Amsterdam verlässt, freut sich das junge Mädchen auf die Aussicht, ihre Schwester wiederzusehen und auf die vielversprechenden Chancen, in der aufstrebenden Stadt Arbeit zu finden. Doch es kommt anders: Nur wenige Tage nach ihrer Ankunft wird Elsje wegen Mordes [...]
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Rasul Hamid muss seine Heimat verlassen. Willkürliche Verhaftungen, Folter und Gefängnisstrafen zwingen ihn zur Flucht. Ein Leben in Würde ist für ihn nicht mehr möglich. Zur Verarbeitung seiner eigenen Flucht aus dem Irak unter Saddam Hussein hat Abbas Khider in seinem Debütroman “Der falsche Inder” den Helden Rasul geschaffen, der von dieser Flucht und der [...]
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Ein Mann flüchtet mit seinem achtjährigen Sohn in ein Landhaus irgendwo in den Bergen. Er flüchtet vor Lisa, einer Serienmörderin, die überall auf der Welt mehr oder weniger grausame Verbrechen begeht und die nun auch in die Wohnung des Mannes eingebrochen ist. Die einzige Spur, die Lisa hinterlässt, ist ihre DNA. Niemand kennt ihr Gesicht, [...]
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Jeder seiner Romane sei eine Hommage an eine literarische Gattung, kommentiert der Schweizer Autor Martin Suter sein bisheriges Schaffen. Überträgt man diesen Ausspruch auf seinen jüngst erschienenen Kriminalroman “Allmen und die Libellen” findet hier jedoch eher eine zärtliche Liebkosung der Gattung statt. Das auch für Sutersche Verhältnisse recht schmale Bändchen von knapp 200 Seiten steuert [...]
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Wochenende. Es ist kalt. Die Wolkendecke hängt tief. Die Motivation, sich zu kulturellen Unternehmungen aufzuraffen ist auf dem Nullpunkt angelangt. Und doch spürt man das Verlangen, etwas neues kennenzulernen, eine Reise ins Unbekannte zu machen, den eigenen Horizont zu erweitern. Für solche Situationen kann ich nur empfehlen, einen Kriminalroman von Matt Beynon Rees im Haus [...]
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Das “schlimme Ende” ist glücklicherweise erst der Anfang einer Reihe von Abenteuern des Jungen Eddie Dickens, der selbst eigentlich gar nicht so abenteuerlustig ist, von seinem mehr als skurilen Umfeld jedoch ständig in hanebüchene Situationen gebracht wird: So muss Eddie eines Tages das Haus seiner Eltern verlassen, da diese an einer sehr seltenen und hochansteckenden [...]
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“Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben” – und wenn er, in unserem Fall sie noch dazu bereit ist, seinen Sinnen freien Lauf zu lassen, dann kann daraus etwas richtig tolles werden. Als Alexandra Klobouk zu einem Auslandssemester anstatt nach Barcelona (wohin es die meisten Erasmus-Studenten verschlägt) nach Istanbul aufbrach, hatte sie [...]
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Moderne isländische Literatur findet man hierzulande, sprich in deutscher Übersetzung nicht oft. Und wenn man sie findet, dann meist in Form von Krimis. Dass in Island großartige Autoren wie Eiríkur Örn Norddahl leben und schreiben, konnte ich bislang nur erahnen. Doch dank des kleinen Berliner Verlages Kozempel & Timm liegt nun die deutsche Erstveröffentlichung des [...]
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Was zum Teufel…? fragte ich mich, als ich auf der Buchmesse in Leipzig zum ersten Mal Blickkontakt mit diesem Buch hatte. Titel- und Titelbild führten nach dem ersten Flirt zu Körperkontakt, der kleine Untertitel “Stories von unterwegs” wirkte dann jedoch ernüchternd. Auf Reiseberichte stehe ich eigentlich so gar nicht. Erstkontakt blieb demnach erfolglos. Kurze Zeit [...]
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2005 hat Merlin Holland die Briefe seines Großvaters Oscar Wilde zusammengestellt, herausgegeben und damit eine Arbeit getan, für die man ihm nur dankbar sein kann. Denn so eröffnet sich ein ganz neuer und sehr intimer Zugang zu Oscar Wilde. Die Sammlung enthält ein sorgfältig ausgewähltes Drittel der Briefe aus über 30 Lebensjahren des nur 46 [...]
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“Wir haben immer geschwiegen. Das Schweigen war stark. (…) Es gab keinen besonderen Grund für die Schweigsamkeit. Vielleicht lag es daran, dass es keiner gelernt hatte zu reden. Worte für Gefühle zu suchen. Ihnen Ausdruck zu verleihen. Wir wussten ja um sie, das reichte. Da wir alle schwiegen, fiel es keinem auf, dass mit einem [...]
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Serge Gainsbourg hat einen Roman geschrieben? Meine Verwunderung über diesen Fund war so groß, dass ich noch in der Buchhandlung meines Vertrauens mit der Lektüre beginnen musste: “Während ich in meinem Krankenhausbett liege und über mir, von meinen Exkrementen angelockt, Schmeißfliegen kreisen (…)”. Bitte nicht! Analästhetik hat doch schon bei Charlotte Roche nicht funktioniert! Und [...]
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“Roberto Cavalli!” Oskar Canow staunt nicht schlecht, als eines Tages ein italienischer Modeschöpfer vor der Tür seiner Züricher Luxusvilla steht. ” ‘Du liebe Zeit’, sagte die Person vor der Tür und hüstelte verlegen, ‘deshalb haben mich die Leute so angestarrt!’ ” Es stellt sich heraus, dass es der Teufel ist, der sich mal wieder im [...]
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Chicago, Hamburg, Tetenstedt. Ein Banker, ein Autor, eine Übersetzerin. Jasper Lüdemann, Henry LaMarck, Meike Urbanski. Alle drei haben einen Plan vom Leben und diese Pläne geraten fast zufällig in Abhängigkeit voneinander.
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Es geht um Liebe. Nicht um die purzelbaumschlagende Seifenblasenliebe bekannt aus pastellfarbenen TV-Filmen oder Werbung, nicht um das Bedürfnis nach heroischen Liebesbeweisen und auch nicht um stilisierte Körperlichkeit. Nein, es geht um die Liebe, die wie ein Luftzug leise ins Leben strömt und uns die Lust am Leben erhält in einer sonst ekelerregenden Welt.
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„Eine mittelalterliche Garnisonsstadt mit Stadtmauer, Fachwerkhäusern und Fürstenresidenzen schön finden, das kann jeder. Aber auf dem Gasometer in Oberhausen stehen, sich umgucken und sagen: Wat ne geile Gegend!, das muss man wollen. Dafür muss man von hier sein.“ In Radio Heimat erzählt Frank Goosen Geschichten aus dem Ruhrpott. Und wer könnte das besser als er?
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Wer sich schon immer gefragt hat, wie man zu dem Beruf „Serienmörder“ kommt, für den hält Andrej Kurkow eine Antwort bereit. Man schreibe Nekrologe, die Leute sterben fast von selbst. Aber eben nur fast: Viktor ist erfolgloser Autor in der Ukraine und versucht zum wiederholten Male seine Kurzgeschichten bei diversen Zeitungen unterzubringen.
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Loben sollst du, alles andere verschweige! So forderte es Martin Walser in einer der jüngeren Debatten um die Rolle des Kritikers. Doch vor manchen Büchern sollte gewarnt werden. Deswegen erfolgt an dieser Stelle ein Plädoyer für das Nichtlesen des Romans „Die Welt ist im Kopf“.
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Herr Jensen mag nicht mehr. “Wir müssen Ihnen leider im Rahmen unseres neuen Programms zur Verhinderung betriebsbedingter Kündigungen kündigen” verkündet ihm sein Chef in der Postzentrale und eröffnet damit eine Reihe absurder Vorgänge, mit denen ein Arbeitsloser, der nicht mehr als ein zufriedenes Leben wünscht, konfrontiert wird.
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Deutschland im Jahr 2057: Krankheiten gibt es nicht mehr, über Krebs kann man sich höchstens im medizinischen Geschichtsbuch informieren, der Staat hilft dem Menschen, seinen Körper zu achten und fit zu halten. Klingt soweit ganz gut, doch kann Leben in einer Gesundheitsdiktatur Spaß machen? Und was passiert, wenn man auf der falschen Seite steht?
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Eine Geschichte, die zu schön ist, um glücklich ausgehen zu können. Wolf, ein Autor in mittleren Jahren und die junge Buchhändlerin Alina verlieben sich und scheinen für die gemeinsame Ewigkeit gemacht zu sein. Einige Jahre später, inmitten eines Lebens im szenigen Kreuzberg zwischen Selbstverwirklichern und Egomanen ist, kreisen Wolfs Gedanken mehr um Alterungsängste und das [...]
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Isabelle und Jakob haben alles erreicht, was sie sich vorgenommen haben: Ihr Weg führt sie von Berlin in ihr schickes Londoner Häuschen, man besucht Kunstausstellungen, Theater und feine Restaurants. Doch auf dem Höhepunkt angekommen, stehen die beiden vor dem Nichts. Zwischen Anwaltskanzlei und Grafikagentur haben Isabelle und Jakob das Menschsein vergessen.
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„Die Schönheit und Weisheit des Zölibats verstand ich zum ersten Mal, als Christa Chili-Schoten zwischen den Händen zerrieb, mich danach masturbierte und schließlich wünschte, dass ich sie – um es mit ihren Worten zu sagen – in den Arsch ficke.“ Da fragt man sich doch, was ein Autor mit so einem Romananfang anstellen will?
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